Daily Reports

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7.10.2014, Archangelsk

Eingelaufen

Wir sind heute morgen um 3:30 bei Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt in Archangelsk eingelaufen. Die deutsche Gruppe wird morgen Nacht um 3:00 Uhr abreisen und über Sankt Petersburg und Moskau nach Hamburg und Berlin fliegen. Die russische Gruppe startet bereits heute Nacht in Richtung Heimat. Die drei POMOR-Studenten werden allerdings nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen können, weil das Auslandssemester an der Uni Kiel und der Uni Hamburg bereits am 13. Oktober beginnt.

Die Fahrt entlang der Nordostpassage dauerte insgesamt achteinhalb Tage. Dabei wurden wir im Vergleich zur Laptewsee nur von einem Sturm überrascht und die Sonne haben wir täglich gesehen.

Es war eine sehr gute Expedition und wir bringen spannende Ergebnisse mit (....mehr als wir erwartet haben).

Vielen Dank an alle, die zum Gelingen der Expedition beigetragen haben. Unser Dank gilt vor allem Kapitän Steshov  und seiner Mannschaft.

Die Expeditionsteilnehmer

 

 


Die Teilnehmer der Expedition TRANSDRIFT XXII. Leider sind nicht alle Mitglieder der Mannschaft dabei

 

 

Samstag, 4.10.2014

Barentssee erreicht

Heute Morgen haben wir bei ruhiger See die Barentssee erreicht. Wenn sich das Wetter hält, werden wir fast pünktlich am Dienstag in Archangelsk einlaufen.

Während die meisten Wissenschaftler Kisten packen, Listen schreiben, Vorträge über die ersten Ergebnisse vorbereiten und an den Fahrtberichten arbeiten, sind die Meeresbiologen Karen, Irina, Katya, Vasily und Sergey mit abschließenden Labormessungen und Experimenten beschäftigt. Wir sind alle auf ihre Ergebnisse gespannt, denn einige Experimente werden in der Laptewsee zum ersten Mal durchgeführt.

Auch die Meereschemiker können nicht über Langeweile klagen. Sie haben auf jeder Station Wasserproben mit Hilfe des Kranzwasserschöpfers genommen. Geplant waren 25 Stationen, daraus geworden sind 31 Stationen zwischen 10 und 350 m Wassertiefe. Kein Wunder, dass gegen Ende der Expedition alle Probenbehälter aufgebraucht waren. Leere Mineralwasserflaschen wurden da zu einer beliebten Ware. Direkt an Bord haben die Meereschemiker Nährstoff- und Sauerstoffkonzentrationen sowie die Alkalinität gemessen. Insbesondere die Nährstoffdaten sind wichtig für die Erfassung des Stickstoffkreislaufes in der Laptewsee, der wiederum eine besondere Bedeutung für das Ökosystem hat. Das umfangreiche Messprogramm war auf der VIKTOR BUINITSKIY gar nicht so einfach zu realisieren, da sie nur über zwei sehr kleine Labore verfügt.

Die Einsätze des Kranzwasserschöpfers mit CTD und diversen Messsensoren haben Bennet und Georgi mit Bootsmann Anatoli und Matrose Alexander durchgeführt. Bei Wind und Wetter und rund um die Uhr haben sie insgesamt 110 Einsätze mit 220 CTD-Profilen gefahren und insgesamt 2,5 t Wasser für die Wissenschaft an Deck geholt. 

Herzliche Grüße
Die Expeditionsteilnehmer

 

 


Letzte Kranzwasserschöpfer-Station in der nordwestlichen Laptewsee. Bennet und Georgi freuen sich über die erfolgreichen Einsätze


Liliya und Karen sind unermütlich im Einsatz. Im Anschluss an die Laborexperimente müssen die Sedimentproben geschlämmt und für weitere Analysen im OSL in Sankt Petersburg eingefroren werden
 


Laborplatz ist Mangelware an Bord VIKTOR BUINITSKIY. Vasily hat
deshalb ein Multifunktionskistenla-
bor an Deck eingerichtet.  Zur Zeit
führt er Kultivierungsversuche mit Eisalgen
durch


Andrey in der Laborecke „Meereschemie". Zusammen mit Olga, Masha, Liliya, Fedor und Vasily hat er Hunderte von Proben gemessen

 

 

 

Mittwoch, 1.10.2014; 73°55 N, 070°48 E

Es ist stürmisch – trotzdem mit Volldampf durch die Karasee

Für die Ozeanographen an Bord war es eine erfolgreiche Expedition. Sie haben die geplanten Arbeiten durchgeführt und noch mehr: 335 UCTD-Profile aufgezeichnet und dabei zwei Winden verschlissen, acht Meeresobservatorien geborgen und acht verankert sowie an einer Station in der zentralen Laptewsee Mischungsprozesse in der Wassersäule studiert. Darüberhinaus wurde an dieser Position die Kurzzeitverankerung WAVE erfolgreich eingesetzt. Für diesen Einsatz haben wir ein besonders gutes Zeitfenster erwischt: Ausgelegt bei Windstille, geborgen bei ruhiger See und dazwischen ein kräftiger Sturm mit bis zu fünf Meter hohen Wellen. Also genau die Wetterverhältnisse, die sich die Ozeanographen gewünscht haben. Gut, dass wir zu dieser Zeit westlich der Insel Belkowski Schutz gesucht hatten.

Rund um die Uhr eingesetzt wurde die so genannte UCTD. Die Ergebnisse erlauben ein umfassendes Bild über die Salinitäts- und Temperaturverteilung in der Laptewsee während des Expeditionszeitraums. Es zeigte sich, dass das Oberflächenwasser in der östlichen Laptewsee deutlich weniger vom Einstrom der Lena beeinflusst wird als im Jahr 2013. Außerdem sind die Salinitätswerte deutlich höher, was vermutlich auf die außergewöhnlich hohe Eisproduktion im Winter 2013/14 zurückzuführen ist. Besonders interessant sind die Schnitte über den Wilkizki-Graben in der westlichen Laptewsee, die wir am Anfang und am Ende der Expedition durchgeführt haben. Sie belegen einen ausgeprägten Einstrom von Flusswasser aus der Karasee in die Laptewsee, der am Ende der Expedition deutlich geringer war. Erste Ergebnisse von den Meeresobservatorien liegen leider noch nicht vor. Nur so viel: Alle Geräte haben über ein Jahr aufgezeichnet.

Es ist stürmisch, aber wir kommen gut voran. Bevor wir die Karastraße passieren werden, ist ein zwölfstündiger Zwischenstopp zum Treibstoffbunkern westlich der Jamal-Halbinsel geplant.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee
Die Expeditionsteilnehmer

 

 


Die Arbeiten mit der UCTD wurden rund um die Uhr, auch bei stürmischem Wetter, vom Achterdeck aus durchgeführt. Stefan und Alexey haben sich dabei mit Jens und Markus im 6-Stunden-Takt abgewechselt.

 

 

 

Montag, 29.09.2014

10:50 Uhr – Ende der Forschungsarbeiten

Mit einem ozeanographischen Schnitt (UCTD) über den Wilkizki-Graben haben wir unsere Forschungsarbeiten am Sonntag um 10:50 Uhr erfolgreich beendet.

Bei aufbrisendem Westwind haben wir Kurs auf die laut Satellitenbildern eisfreie Wilkizkistraße genommen, um entlang der Nordostpassage in einer Woche Archangelsk zu erreichen. Gegen 20:30 Uhr sind wir jedoch auf erste Eisschollen in der Meerenge getroffen. Innerhalb von wenigen Stunden wurde die Eisbedeckung immer dichter und wir befanden uns in einem großen Eisfeld, das mit 1,5 Knoten nach Osten driftete. Um sich aus dem Packeis zu befreien, änderte die VIKTOR BUINITSKIY den Kurs nach Süden. Offenes Wasser erreichten wir gegen 5:00 Uhr morgens in der südlichen Wilkizkistraße. Die in dieser Region stationierten Eisbrecher haben uns geholfen, den Weg ins offene Wasser zu finden.

Wir befinden uns in Küstennähe nördlich der Taymyr-Halbinsel (Matisenstraße) auf dem Weg in die Karasee. Auf gleicher Länge, knapp 200 sm nördlich, befindet sich die FS POLARSTERN ebenfalls auf dem Heimweg.

Es ist mal wieder stürmisch und die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.

Herzliche Grüße
Die Expeditionsteilnehmer

 

 

 

 

Eisschollen in der Wilkizkistraße

 

Freitag, 26.09.2014

Forschungsarbeiten in der östlichen Laptewsee erfolgreich abgeschlossen

Gestern Nacht haben wir die Forschungsarbeiten in der östlichen Laptewsee erfolgreich abgeschlossen.  Seit zwei Wochen sind wir rund um die Uhr mit Stationsarbeiten und Laborexperimente beschäftigt und der ständige Seegang zerrt so langsam an unseren Kräften. Auch die Geräte zeigen erste Ermüdungserscheinungen. Trotzdem freuen wir uns auf die abschließenden Arbeiten in der nordwestlichen Laptewsee und hoffen, dass alle Geräte durchhalten.

Wir befinden uns auf dem fast 30-stündigen Weg in die nordwestliche Laptewsee, die wir morgen gegen 4:00 Uhr erreichen werden.  Im Gebiet der Wilkizkistraße haben wir zum Abschluss der Expedition drei umfangreiche Stationen eingeplant. Auf den Stationen sollen fünf Meeresobservatorien verankert werden sowie Oberflächensedimente für biologische Laborexperimente und Wasserproben für meereschemische Analysen genommen werden. Die Meeresobservatorien waren noch bis vor wenigen Tagen in der östlichen Laptewsee im Einsatz. Nach dem Bergen wurden die Daten der letzten zwölf Monate abgespeichert und die Geräte gereinigt, geprüft und programmiert sowie mit neuen Batterien versorgt. Aus diesem Grund können sie erst am Ende der Expedition wieder verankert werden.

Es ist sehr stürmisch und das Deck ist vereist. Stationsarbeiten sind heute unmöglich. Wir hoffen, dass wir morgen arbeiten können.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee
Die Expeditionsteilnehmer

 

 

 

Montag, 22.09.2014

Optimales Wetterfenster

Ein optimales Wetterfenster haben wir während des Bergens von Meeresobservatorium KOTELNYY in der nördlichen Laptewsee erwischt.  In der Nacht vom 21. zum 22.9. hatte sich der Sturm endlich etwas beruhigt, so dass wir uns wieder in Richtung Norden bewegen konnten.  An der Position angekommen, hat es nur 17 Minuten gedauert bis die 47 m lange Messkette auf dem Deck lag. Nur wenig später schlug das Wetter wieder um, aber da jetzt alle seefest sind, konnten wir die Stationsarbeiten trotz hoher Dünung, starkem Wind und Schneefall erfolgreich abschließen.

Insgesamt nehmen wir an jeder Station 50 Liter Wasser aus verschieden Tiefen. Das sind 4 bis 5 Einsätze mit dem Kranzwasserschöpfer, die ca. 10 Minuten pro Einsatz dauern. Besonders groß ist der Bedarf bei den Isotopen-Leuten. Um gelöste radiogene Isotopen-Signaturen des Seltenerdelements (REE) Neodym (Nd) im Wasser der Laptewsee messen und damit den Wassermassen- und Stofftransport charakterisieren zu können, nehmen wir an ausgewählten Stationen 10 l große Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen. Für weitere Rückschlüsse werden zusätzlich Wasserproben für die Bestimmung von REE- und Barium-Konzentrationen genommen. Alle Proben werden unmittelbar nach der Entnahme filtriert (Pall AcroPak 500 Filter) und in im GEOMAR vorgereinigten Plastikkanistern gelagert. Die Aufarbeitung der Proben erfolgt im Otto-Schmidt-Labor in Sankt Petersburg und im GEOMAR in Kiel. Die Messung der Proben erfolgt mittels MC-ICPMS und OP-ICPMS.

Bei „Ententeich" fahren wir heute entlang 126° in Richtung Lena-Delta. Diese Stationen gehören zu den Höhepunkten für die sieben Biologen an Bord.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee
Die Expeditionsteilnehmer
 

 

 

 


Bergung des Meeresobservatoriums KOTELNYY


So ruhig kann die Laptewsee sein: „Ententeich"!

 

 

 

Sonntag, 21.09.2014

Gerade noch geschafft

Seit Beginn der Expedition warten alle gespannt auf die Arbeiten an der Station „1893" in der zentralen Laptewsee, die wir bei Sonnenaufgang am 19. September um 2:00 erreicht haben. Es war zunächst windstill und die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt, also perfektes Wetter für die geplanten umfangreichen Stationsarbeiten, die wir seit Tagen vorbereiten. Als erstes sollten drei Verankerungen aus 44 m Wassertiefe geborgen werden. Gleich im Anschluss sollten drei neue Verankerungen, die bereits vorbereitet an Deck lagen, verankert werden. Darunter erstmals ein automatischer Wasserprobennehmer, der über ein Jahr hinweg jeden Donnerstag um 13:00 eine Wasserprobe nehmen sollte.

Für diesen Einsatz hatten wir mindestens zwölf Stunden geplant. Alles verlief reibungslos, so dass wir die Arbeiten bereits nach sechs Stunden abschließen konnten. Für diese Meisterleistung möchten wir an dieser Stelle den eingespielten Teams auf der Brücke unter der Leitung von Kapitän Alexander Streshov und an Deck unter der Leitung von Matthias Monsees herzlich danken. Matthias fasste den Einsatz so zusammen: „Es hat richtig Spass gemacht." Wir konnten uns da nur anschließen. Im Anschluss an die routinemäßigen Stationsarbeiten haben wir dann Kurs auf Station VB1418 am Kontinentalhang der Laptewsee genommen.
Während der Stationsarbeiten erhielten wir eine Sturmwarnung und kurz darauf mussten wir auch schon unsere Forschungsarbeiten abbrechen und weit im Süden, westlich der Insel Belkowsky, Schutz vor dem Sturm suchen. Seitdem peitschen Windböen mit 24 m/s über das Deck und es ist sehr kalt geworden. Ob wir unsere Forschungsarbeiten morgen fortsetzen können ist unklar. Die aktuelle Vorhersage macht jedoch wenig Hoffnung.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee
Die Expeditionsteilnehmer

 

 


Automatischer Wasserprobennehmer am Meeresobservatorium „1893". Die Wasserproben sollen u.a. Aufschluss über ozeanographische Prozesse in der Wassersäule geben. Von besonderem Interesse sind dabei die mit Meereis bedeckten Wintermonate. Das Meeresobservatorium „1893" umfasst insgesamt drei Messketten, die während der Expedition TRANSDRIFT XXI im September 2013 verankert wurden

 

 

 

Mittwoch, 17.09.2014: Sturm in der westlichen Laptewsee

Letzte Nacht mussten wir die Forschungsarbeiten für einige Stunden unterbrechen und westlich der Insel Peschanyy Schutz vor einem kräftigen Herbststurm suchen. Ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet mit Orkanböen und haushohen Wellen hat uns Arbeitszeit und Schlaf geraubt. Besonders die Kollegen mit den Kammern auf den oberen Decks haben einige Blessuren davon getragen. Gegen 6:00 Uhr heute Morgen hatte der Spuk dann ein Ende und wir konnten endlich unsere Stations- und Laborarbeiten abschließen und Vorbereitungen für die folgenden Stationsarbeiten treffen.

Mit dem Durchqueren der Wilkizkistraße begannen auch die biologischen Arbeiten. Phyto- und Zooplankton-Netzfänge werden uns etwas über die Zusammensetzung der pelagischen Nahrungsnetze und eventuelle langjährige Veränderungen sagen. Bisher wurde auf drei Stationen der Multicorer zur Sedimentprobenname eingesetzt. Einige der Sedimentkerne sind für ein Inkubationsexperiment direkt in eine Kühltruhe gewandert, und die darin lebende Fauna – kleine Schlangensterne, Krebse und andere bodenlebende Organismen – atmet nun dort vor sich hin. Wir hoffen, über die Sauerstoffaufnahme und den Nährstofffluss etwas über die Aktivität der Bodengemeinschaft in diesem abgelegenen Seegebiet zu erfahren und mit dem letzten Jahr vergleichen zu können. Spannendes Leben zeigte sich auch an den geborgenen Verankerungen, denen im Verlauf des letzten Jahres „Bärte" gewachsen waren. Diese Bärte bestanden aus Kolonien kleiner Einzeltierchen, vermutlich Hydroidpolypen der Gattung Obelia.

Heute Abend werden wir die Forschungsarbeiten in der westlichen Laptewsee abschließen und entlang 75°30'N in Richtung Osten fahren.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee
Die Expeditionsteilnehmer



Meeresobservatorium TAYMYR

 


Kopfüber bei starkem Seegang sogenannte Inkubationsversuche in der schiffseigenen Gefriertruhe durchzuführen, ist nicht jedermanns Sache. Karen von Juterzenka hat damit kein Problem – im Gegenteil, sie freut sich über jede neue Messreihe.

 

 

 

16.9.2014, Laptewsee

Gestern Nachmittag um 15:00 Uhr haben wir das zweite Meeresobservatorium, TAYMYR, geborgen. Auch die Stationsarbeiten konnten wir erfolgreich abschließen. Jetzt sind wir auf dem Weg nach Süden in Richtung Chatanga-Mündung entlang des nächsten ozeanographischen Profils.

Für die kommenden zwei Tage ist ein schwerer Sturm vorhergesagt, daher werden wir die Forschungsarbeiten vorübergehend einstellen und uns eine geeignete Stelle zum Abwettern suchen. Wir hoffen, dass der Sturm schnell abzieht, damit wir unser Programm bald wieder aufnehmen können.

Viele Grüße von allen Expeditionsteilnehmern,
Heidi Kassens

 

 

 

Sonntag, 14.09.2014 (77°56 N, 113°00 E)

TRANSDRIFT XXII: Meeresobservatorium VILKITSKY erfolgreich geborgen  

Das mit elf ozeanographischen Messgeräten vollgepackte Meeresobservatorium VILKITSKY konnten wir heute Nachmittag erfolgreich bergen. Die knapp 300 Meter lange Messkette wurde während der Expedition TRANSDRIFT XXI im Jahr 2013 in 320 m Wassertiefe verankert. Seitdem hat sie Tausende von Messdaten aufgezeichnet, die mit hoher Genauigkeit Meereisdicke, Wassertemperatur und -leitfähigkeit, Strömungsrichtung und -geschwindigkeit und Schwebstoffgehalt in der Wassersäule aufzeichnen hat. Erleichtert sind wir, dass die einzelnen Komponenten von der Crew und dem Verankerungsteam ohne Schäden an Deck gebracht werden konnten. Mindestens zwei Tage wird es dauern, den umfangreichen Datensatz zu speichern und die Geräte für einen weiteren Jahreseinsatz  vorzubereiten.
Die Laptewsee, unser Arbeitsgebiet für die nächsten zwei Wochen, haben wir in nur sieben Tagen erreicht. Der Eisbrecher VAYGACH hat uns in fünfzehn Stunden zusammen mit dem Forschungsschiff KERN und einem Frachter durch die in diesem Jahr eisfreie Wilkizskistraße begleitet.
Nur eine Stunde, nachdem uns der Eisbrecher VAYGACH in der nordwestlichen Laptewsee abgesetzt hat, haben wir mit den Forschungsarbeiten angefangen. Von besonderem Interesse sind drei ozeanographische Profile im Gebiet der Wilkizskistraße mit der so genannte „Underway CTD" und umfangeiche Stationsarbeiten östlich der kleinen Taymyr-Insel. Dieses Seegebiet war während der letzten TRANSDRIFT-Expeditionen eisbedeckt, so dass dort bisher keine Arbeiten durchgeführt werden konnten.
Es ist winterlich geworden und seit einigen Tagen tauchen immer wieder Eisberge am Horizont auf. Nach den Stationsarbeiten freuen sich deshalb alle auf eine warme Dusche oder einen Besuch in der Sauna.  Wir befinden uns zur Zeit auf dem Weg zur Verankerungsstation TAYMYR in der westlichen Laptewsee.

Herzliche Grüße aus der Laptewsee,
Heidi Kassens und die Expeditionsteilnehmer


Das Verankerungsteam: Fedor Martynov, Jens Hölemann,
Matthias Monsees, Markus Janout

 

 


Meeresobservatorium VILKITSKY

 

 

 

13.9.2014 – Ein bisschen Arktis, 20:00 UTC 76,9042N 99,2860E   

Eis in Sicht. Gestern hatten wir den Treffpunkt für die Eisbrecher-Karawane erreicht. Mit dem Schlachtruf "Poooolloooonaiseee" ging es aufgereiht zusammen mit drei anderen Schiffen um 12 Uhr UTC auf durch die mit kleinen Eisschollen und Eisbergchen bestückte Wilkizkistraße. Kamera und Fotoaparate liefen kurzzeitig zum Höhepunkt der Expedition auf. Pünktlich zum Mittagessen lag der Eisknoten der Artkis hinter uns, und "die Macher" (Ozeanographen) legten los mit ihrem Lieblingsspielzeug, der UCTD.
Neben der Forschung kommt auch die Abendplanung langsam ein wenig in Fahrt. Nach einer ersten Gitarren-Nacht mit hervorragender Beschallung von Liliya und Andrey haben wir auch die Sauna an Bord nochmal ausgiebig getestet. Am letzten Abend wurde dann das schiffsinterne Kombüsenkino eröffnet, das nach dem allabendlichen Meeting den russischen Klassiker "Kin Dza Dza" zeigte.  Morgen um 2 Uhr UTC steht dann in aller Früh die erste komplette Station mit allem Drum und Dran auf dem Zettel. Bis dahin hoffen wir, dass das kleine Grippewellchen, das im Moment ein paar Leuten zu schaffen macht, wieder abflaut.  

Beste Grüße,
Bennet


Slightly Arctic, 20:00 UTC 76,9042N 99,2860E

Ice in sight. Yesterday we reached the meeting point for the icebreaker convoy. At 12:00 UTC we passed through small ice floes and icebergs in Vilkitsky Strait together with three other vessels, everybody rather busily taking pictures. At lunch time, we had left the ice trap of the Arctic behind and the "men of action" (the oceanographers) started with their favorite pastime – working the UCTD.
Our evenings, too, have become quite entertaining. Not only did Liliya and Andrey give a first live concert with guitar music and singing, but we also tried the sauna once again. Last night after the regular evening meeting, the ship's galley cinema opened, showing the Russian classic "Kin Dza Dza". Tomorrow at 2 a.m. UTC, our first complete station is due when all our equipment will finally be in use. We hope that by then, those of us who have come down with a cold will have recovered completely.

All the best
Bennet
 


Auf gute Live-Musik müssen wir jedenfalls nicht verzichten /
At any rate we won't have to go without good live music

 

 


Mit der Karawane in die Laptewsee / Convoy heading for the Laptev Sea


Kleine Eisschollen und Eisbergchen grüßen uns in der Wilkizkistraße – dass es auch anders geht, haben wir im letzten Jahr gesehen / Small ice floes and icebergs meet in Vilkitsky Strait – last year we met with really heavy ice conditions – you never know


 

 

 

 

Mittwoch, den 10.9.2014 (74°20 N, 69°00 E)

TRANSDRIFT XXII – Volle Fahrt voraus

Mit zweiwöchiger Verspätung aufgrund eines Problems an Bord des Forschungsschiffes VIKTOR BUINITSKIY haben wir Archangelsk am 6.9.2014 um 17:00 Moskauer Zeit (MT) verlassen. Seitdem fahren wir entlang der Nordostpassage in Richtung Laptewsee. RV VIKTOR BUINITSKIY musste länger als erwartet, bis zum 28. August, in der Werft in Sankt Petersburg bleiben und erreichte Archangelsk über den über den Ostsee-Weißmeer-Kanal deshalb erst am 4. September um 12:00 MT.

Mit Rückenwind und deutlich schneller als erwartet haben wir in den folgenden drei Tagen das Weiße Meer durchquert und am 9. September bei stürmischen Wetter die Karastraße passiert. Wir dampfen zur Zeit mit elf Knoten durch die noch ruhige Karasee.   Das Wetter hat sich in den letzten Tagen von seiner guten und schlechten Seite gezeigt: Auslaufen bei herrlichem Sommerwetter, schlechtes Wetter mit Sturmböen im Weißen Meer und Spätherbst mit Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Karasee.  Wir werden am Samstag die Wilkizkistraße erreichen, und wir hoffen, ohne Eisbrecherbegleitung zwei Tage später mit den Forschungsarbeiten in der nordwestlichen Laptewsee beginnen können.

Herzliche Grüße von Bord VIKTOR BUINITSKIY
Die Expeditionsteilnehmer

 

 

 

6.9.2014, Archangelsk

Das Wetter hier in Archangelsk ist perfektes Sommerwetter, die Sonne scheint. Alle freuen sich auf den Start der Expedition. Wir haben die VIKTOR BUYNITSKIY wieder in exzellentem Zustand angetroffen. Auch die Mannschaft ist fast dieselbe wie letztes Jahr. Die Crew freut sich auf die Arbeiten mit uns zusammen.

Zur Zeit werden über 300 Kisten im Labor, in den Kajüten und an Deck verstaut, von oben aus sieht es auf dem Schiff bestimmt aus wie auf einem emsigen Ameisenhaufen.


Viel Arbeit!

 


6.9.2014, Archangelsk – Nachtrag

Um 17:00 Uhr Ortszeit ist der Lotse an Bord gegangen. Um 17:05 Uhr legt das Schiff bereits ab. Wir stechen in See!


Blick vom Hotel in Archangelsk



Wir sind an Bord

 

 

 

3. September: Flughafen Hamburg

Die deutschen Teilnehmer (von links nach rechts):

Matthias Monsees, Markus Janout, Stefan Büttner, Heidi Kassens, Jens Hölemann, Dorothea Bauch, Georgi Laukert, Karen von Juterzenka
(Foto: Bennet Juhls)